Mangelwirtschaft erhöht den Frust

notausgangDie Generalzolldirektion befiehlt eine Ausschreibungssperre für gebündelte Dienstposten (A6m-A8 und A9g-A11). Ziel ist die Steuerung und ein geordnetes personalwirtschaftliches Vorgehen zur Behebung des eklatanten Personal-mangels in den Ortsbehörden. Die Folge wird großer Frust im Hinblick auf die berufliche Entwicklung sein. Die Probleme werden damit nicht gelöst.

Der Personalfehlbestand im Zoll ist enorm. Seit Jahren sind die Mangelzahlen bekannt. „Manche Dienststellen sind richtige Hotspots mit ihrem Fehlbestand – und das schon seit Jahrzehnten“, sagt Frank Buckenhofer, Vorsitzender der GdP-Zoll. „Generationen von Bundesfinanzministern haben den Zoll in unverantwortlicher Weise vernachlässigt und ihren jeweiligen Sparsamkeitsvorstellungen und Ideologien unterworfen. Während andere Bundesbehörden in vergleichbarer Zeit enorme Personalzuwächse verzeichnen und darüber hinaus mit mehreren Attraktivitätsprogrammen durch ihre Ressorts beglückt wurden, dümpelt der Zoll im Schatten der Öffentlichkeit, der Medien und der Politik.“ Ein solches Schattendasein schafft erst den Raum für eine Entwicklung jenseits aller Notwendigkeiten und Fachlichkeiten. Der Zoll 2017 hat weder angemessene Personal- und Sachausstattung noch taugliche Strukturen. Die Führung im Zoll ist mittlerweile „out of control“.

Der Fehlbestand umfasst derzeit ca. 13 %. Tendenz steigend. Der Fehlbestand im Zoll wird angesichts der zu erwartenden Altersabgänge und viel zu geringen Einstellungszahlen schnell größer. Weil aber die Plüschetagen im Zoll voll sind, kämpfen die Ortsbehörden mit enormen Fehlbeständen von teilweise bis zu 30 %. Jetzt kommen die Führungskräfte mit dem Vorschlag, dass Personalfehl besser linear zu verteilen. Eine Art Gerechtigkeit im Mangel. Statt dringend mehr einzustellen ist die Lösung der Generalzolldirektion eine Regulierung der Ausschreibung in den gebündelten Bereichen. Zukünftig sollen nur noch die Ortsbehörden ausschreiben dürfen, denen das Wasser schon jetzt bis zum Hals steht.


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