Uniform beim Zoll: Eine Provinzposse der besonderen Art

RangabzeichenUnendlich viele Jahre dauerte es, bis nun endlich auf der Grundlage der Ergebnisse des Trageversuches und begleitender Befragungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Trageversuch Zollchef Uwe Schröder erklärte, die neue Dienstkleidung in blauer Farbgebung mit Rangabzeichen zu beschaffen. Diese nunmehr zukunftsorientierte und vor allem sachgerechte Entscheidung wurde allerdings vom Bundesfinanzministerium ohne Not gestoppt. Damit wird Präsident Schröder, der für die Uniform des Zolls vom Bundespräsidenten als Zuständiger erklärt wurde, vom eigenen Minister vorgeführt.

 

Am 27.02.2012 mahnten wir bereits in einem Flugblatt Transparenz und Beteiligung an:

„Jahrelang hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) eine Arbeitsgruppe an den zukünftigen Kleidern für den Zoll tüfteln lassen. Nach dem ‚Meilenstein‘ der Ausgestaltung der Dienstkleidung folgt nun die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnt die längst überfällige Beteiligung der Gewerkschaften und eine ergebnisoffene Diskussion, die nicht durch Vorfestlegungen zur Scheindebatte verurteilt ist, an. Eine falsch verstandene Behördenidentität und die seit den siebziger Jahren anhaltende unsinnige Diskussion vieler vorgesetzter ‚Finanzbeamter‘ um deren irrige Auffassung angeblicher sprachlicher und rechtlicher Unterschiede zwischen den Begriffen ‚Dienstkleidung‘ und ‚Uniform‘ drohen einmal mehr, eine wirklich ergebnisoffene und zukunftsorientierte Debatte im Keim zu ersticken.“

so der Auszug aus dem damaligen Flyer.

Der Zug der intensiven Beteiligung der Beschäftigten hätte viel früher fahren müssen. Wenn jetzt – nach weiteren fünf Jahren Planung und Überlegung – die Entscheidung des nach der Zolldienstkleidungszuständigkeitsanordnung des Bundespräsidenten (ZollDKZustAnO) zuständigen Präsidenten der Generalzolldirektion zur Farbe der Uniform von höherer Stelle zurückgepfiffen wird und eine maßgeschneiderte Mitarbeiterbefragung inszeniert wird, geht es weniger um Demokratie, als um persönliche Eitelkeiten, falsch verstandenem beruflichen Pathos und dem erneuten Versuch, den Zoll gegen jede Art der Modernisierung als Relikt vergangener Zeiten zu erhalten. Es ist die letzte Chance derjenigen, die am althergebrachten „Tannenwaldesign“ festhalten wollen.

Schon jetzt machen unsinnige Warnungen die Runde, eine Entscheidung für eine blaue Dienstkleidung mit Rangabzeichen würde deren Einführung verzögern. Diese haltlose Behauptung, unterstrichen mit dem Hinweis, dass weitere Verzögerungen auch die ersehnte Vergünstigung beim Bezug der Dienstkleidung hinausschieben, soll lediglich verunsichern.

Sicher ist: Das weitere Verfahren ist das gleiche, egal ob die Hemden in grün oder blau ausgeschrieben, bestellt und geliefert werden. Nur die neue Umfrage verzögert.

Wer im Zoll eine moderne blaue Uniform mit Rangabzeichen will, muss abstimmen.

Auf jeden Fall!


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