Smartphones nun auch beim Zoll – teilweise

(Foto: studio157.de)

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Mit der Errichtung der Generalzolldirektion (GZD) sollten „die Organisationsabläufe effizienter und effektiver werden“, hieß es im Gesetzesentwurf. Im Interview mit der Mitarbeiterzeitung „Zoll aktuell“ konkretisierte Staatssekretär Werner Gatzer: „Gleichzeitig reduzieren wir den Verwaltungsaufwand, indem Aufgaben des OPH- und IT-Bereichs gebündelt und Direktionen eingerichtet werden, die bundesweite fachliche Zuständigkeiten haben.“ Achtzehn Monate nach Start der GZD ist von Verschlankung, Bündelung und Effizienz wenig bemerkbar. Noch immer kochen verschiedene Köche mit unterschiedlichen Zutaten an unterschiedlichen Herden gleiche Gerichte.

Beispiel Kommunikation und Technik: Während Ermittler im Zollfahndungsdient auch zehn Jahre nach Verkaufsstart von Apple’s IPhone und Android-Smartphones mit Tastentelefonen unterwegs sind, bekommen ihre Kolleginnen und Kollegen in der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung endlich „kryptierte Smartphones“ als Mannausstattung. In einem Info-Brief teilt die zuständige Direktion VII mit, man habe im Rahmen einer „tiefergehenden Kommunikationsanalyse“ „direktionsübergreifend“ einen entsprechenden Bedarf erkannt.

Auch die für die anderen Ermittler zuständige Direktion VIII, auch bekannt unter dem Namen „Zollkriminalamt“, arbeitet an einem entsprechenden Konzept. Art und Zeitpunkt der Umsetzung erfolgen freilich nicht im Gleichklang. Zu groß sind scheinbar die Unterschiede in der Verfolgung „organisierter Formen der Schwarzarbeit“ und „Organisierter Kriminalität“ im Zusammenhang mit Zigaretten- und Drogenschmuggel.

Nachdem die Türschilder ausgetauscht wurden und die Vorschusslorbeeren vertrocknet sind, ist von Bündelung, Verschlankung und Synergieeffekten nicht viel geblieben. Eine gemeinsame Steuerung und Ausstattungsstrategie für gleichartige Behördenteile ist nicht in Sicht.


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