Personallücken schließen – Attraktivität steigern

Die stellvertretenden Vorsitzenden der GdP-Zoll Karin Gerding (l.) und Lieselotte Ott im Gespräch mit Christof Schulte, GZD (r.) und dem GdP-Zoll-Vorsitzenden Frank Buckenhofer

GdP-Zoll Vorstand tagte in Köln

Vom 6. bis 8. November 2017 tagte der Vorstand der GdP-Zoll in Köln. Im Mittelpunkt der Beratungen der Vorsitzenden der Kreis- und Personengruppen, des Beauftragten für Belange schwerbehinderter Menschen sowie der Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands standen die Personalsituation in der Zollverwaltung und Möglichkeiten zur Steigerung der Attraktivität des Berufes. Abteilungsdirektor Christof Schulte von der Generalzolldirektion informierte am Dienstag den Vorstand über personalwirtschaftliche Hintergründe und die Planungen der Verwaltung.

Frank Buckenhofer, Vorsitzender der GdP-Zoll, unterstrich einmal mehr die eklatante Personalsituation in der Zollverwaltung, die zunehmend zur physischen Belastung der Kolleginnen und Kollegen beiträgt. Neben den offensichtlichen Fehlbeständen, vor allem an den von der Generalzolldirektion definierten „Hot-Spots“, sind zu erwartende erhebliche altersbedingte Abgänge in den nächsten Jahren sowie die ohnehin bisher vernachlässigten Bedarfe im Kontroll-, Streifen- und Ermittlungsdienst zu berücksichtigen. „Es ist für jeden fachkundigen Kollegen und Experten unvorstellbar, dass z.B. Zollstreifen ohne jede Anbindung an ein Revier oder ein vergleichbares ‚Back-Office‘ unterwegs sind. Der Zoll spart mit seinem Konzept für den Streifendienst Personal auf Kosten der Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen ein.“ Ebenfalls bisher personalwirtschaftlich nicht berücksichtigt sind Bedarfe für Bereitschafts- und Sonderdienste. Die GdP-Zoll fordert das zuständige Finanzministerium mit Nachdruck auf, den umfangreichen erforderlichen Personalbedarf in der Haushaltsplanung geltend zu machen und die Einstellungszahlen deutlich zu erhöhen.

Attraktivitätsprogramm für Bewerber und für jene, die da sind

Zentraler Angelpunkt nahezu aller bisherigen Forderungen und Konzepte der GdP-Zoll sind Fragen der Attraktivität eines interessanten und anspruchsvollen Berufes. Anhebung der Eingangsbesoldung, Schaffung zusätzlicher Beförderungsmöglichkeiten, bessere Bündelung der Dienstpostenbewertungen, Kaufkraftausgleich, bürokratiefreie Zahlung der Polizeizulage, Freifahrtregelungen und günstige Job-Tickets, familiengerechte Arbeitszeitregelungen und schließlich die Senkung der Lebensarbeitszeit sind und bleiben an der Spitze der gewerkschaftlichen Arbeitsliste. „Wer mangelndes Interesse geeigneter Bewerber beklagt und in seiner Verzweiflung mit dem inzwischen auf Stadt- und Landkreise reduzierten Slogan ‚Aus der Region – Für die Region‘ wirbt, darf sich unserer berechtigten Forderungen zur Steigerung der Attraktivität nicht verschließen“, erklärt Buckenhofer. „Es ist höchste Zeit für ein umfangreiches ‚Attraktivitätsprogramm Zoll‘. Bewerberinnen und Bewerber wird es reizen, vor allem aber hat es sich die hart arbeitende Stammbelegschaft schon lange verdient.“


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