FIU, Hotspots – In der Krise bedroht Personaldefizit die Aufgabenwahrnehmung des Zolls

Unabhängig von der Frage der Ursachen offenbaren die Bemühungen der Generalzolldirektion (GZD), Arbeitsrückstände der im vergangenen Jahr eingerichteten Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) aufzufangen und langjährige Personallücken an sogenannten Hotspots wie Großflughäfen und Seehäfen zu schließen, das Ausmaß des enormen Personalfehlbedarfs des Zolls. Leidtragende sind Beschäftigte, die entweder als Verstärker unter erheblichen persönlichen Einschränkungen durch die Lande ziehen, oder vor Ort die zusätzliche Arbeitslast ausblutender Dienststellen auffangen sollen. Das Ziehen an der viel zu kleinen Personaldecke und Stopfen der Löcher zu Lasten anderer Bereich gefährdet bereits die Aufgabenwahrnehmung in Teilen des Zolls.

Wird die Abfertigung in Hamburg verstärkt und damit auch qualitativ verbessert, bleibt den verbliebenen Kolleginnen und Kollegen in Duisburg kaum mehr Zeit für eine sachgerechte Bearbeitung. Werden die Rückstände der FIU von hunderten fleißigen Händen abgearbeitet, bleibt die Arbeit in den Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppen von Zoll und Polizei beim großen Partner liegen.

„Es ist völlig klar, dass im Koalitionsvertrag versprochene Personalzuwächse erst in Jahren tatsächliche Verstärkung und Entlastung bringen. Aber gerade deshalb und vor dem Hintergrund einer anstehenden Pensionierungswelle ist es längst ‚fünf nach Zwölf“, mahnt Frank Buckenhofer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Zoll in der Gewerkschaft der Polizei, Politik – allen voran die Mitglieder der SPD -, und die Verantwortlichen im Bundesfinanzministerium (BMF) und der GZD zur Eile. Neben der Umsetzung des Koalitionsvertrages mit seinem Personalversprechen müssen schnellstens die Voraussetzung zur Ausbildung der erhofften neuen Kolleginnen und Kollegen geschaffen werden.


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